
© HIOH / Markus Ulrich
FRÜHERKENNUNG UND MONITORING VON ZOONOSEN IN AFRIKA STÄRKEN
Das Projekt ZOOSURSY* verbindet Forschung, Diagnostik und Kapazitätsaufbau, um die Erkennung und Bewertung zoonotischer Gesundheitsrisiken in Afrika zu verbessern. Es wird von der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) geleitet und von der EU im Rahmen der Partnerschaft zwischen der Europäischen und der Afrikanischen Union finanziert. Ziel des in 17 afrikanischen Ländern aktiven Projektes ist es, die Früherkennung und das Monitoring von Zoonosen mit epidemischem Potenzial zu stärken. Dazu gehören unter anderem die Untersuchung von Wildtieren durch interdisziplinäre und sektorübergreifende Teams, die Entwicklung neuer diagnostischer Verfahren, partizipative Monitoring-Systeme unter Einbeziehung lokaler Gemeinschaften sowie Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung.
Das HIOH ist einer von fünf europäischen Partnern im wissenschaftlichen Konsortium. An vier Standorten in Afrika forschen wir gemeinsam mit verschiedenen Partnerinstitutionen: im Kibale-Nationalpark in Uganda mit der Makerere University, im Amboseli-Nationalpark in Kenia gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, im Taï-Nationalpark in Côte d’Ivoire mit dem Centre Suisse de Recherches Scientifiques (CSRS) und dem Centre Hospitalier Universitaire de Bouaké (CHUB) sowie in den Dzanga-Sangha-Schutzgebieten in der Zentralafrikanischen Republik mit dem Institut Pasteur de Bangui (IPB) und dem WWF.
In enger Zusammenarbeit mit den Partnern verknüpft das HIOH Feldforschung, innovative Monitoringkonzepte – darunter die Analyse von Umwelt-DNA (eDNA) – und den Aufbau von Kapazitäten. Wir untersuchen Wild- und Nutztiere, testen auf zoonotische Krankheitserreger wie beispielsweise das Mpox-Virus, Viren, die hämorrhagische Fieber verursachen, und den Milzbranderreger, erforschen ökologische Zusammenhänge und bauen Diagnostikmöglichkeiten vor Ort aus.
Darüber hinaus unterstützen wir den wissenschaftlichen Nachwuchs und den Ausbau lokaler Forschungskapazitäten. Im Rahmen von ZOOSURSY bilden das HIOH und seinen afrikanischen Projektpartner unter anderem fünf Promotions- und sechs Masterstudierende aus. Durch die Integration von ökologischem, veterinärmedizinischem und Public-Health-Know-how trägt das Projekt dazu bei, wissenschaftliche Expertise und Monitoring langfristig vor Ort zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen Akteuren aus Tiergesundheit, menschlicher Gesundheit und Umwelt weiterzuentwickeln.
ZOOSURSY läuft bis 2029. Die gewonnenen Erkenntnisse und aufgebauten Kapazitäten sollen auch über die Projektlaufzeit hinaus für eine bessere Vorbereitung auf zoonotische Gesundheitsrisiken nutzbar sein.
*Vollständiger Projekttitel: Improving knowledge and management capacities to strengthen surveillance systems of priority emerging and re-emerging zoonotic diseases at the animal-human-environment interface (sinngemäß „Wissen und Managementkapazitäten verbessern, um Überwachungssysteme für prioritär relevante neu auftretende und wiederauftretende Zoonosen an der Schnittstelle von Tier, Mensch und Umwelt zu stärken“)
Das HIOH ist einer von fünf Partnern im ZOOSURSY-Konsortium. Weitere Verbundmitglieder sind die französischen Partnerinstitute Centre de coopérationinternationale en recherche agronomique pour le développement (CIRAD), Institut de recherche pour le développement (IRD), und Institut Pasteur, sowie die University of Helsinki in Finnland. Jedes Mitglied im Verbund arbeitet eng mit verschiedenen weiteren institutionellen Partnern zusammen. Die folgende Übersicht zeigt die Teammitglieder und Partner, die an den Aktivitäten des HIOH im Rahmen von ZOOSURSY beteiligt sind.
Team member (with link to homepage)
HIOH Forschungsgruppe One Health Surveillance
PIs: Fee Zimmermann, Filipe Dias, Yanthe Nobel (Projektkoordination)
HIOH Forschungsgruppe Ökologie und Entstehung von Zoonosen
PI: Fabian Leendertz
HIOH Forschungsgruppe Evolutionäre Gemeinschaftsökologie
PI: Jan Gogarten
Centre Suisse de Recherches Scientifiques (CSRS), Abidjan, Côte d’Ivoire
PI: Leonce Kouadio
Centre Hospitalier Universitaire de Bouaké (CHUB), Bouaké, Côte d’Ivoire
PI: Oby Wayoro
WWF Zentralafrikanische Republik, Dzanga Sangha, Zentralafrikanische Republik
PI: Frédéric Niatou Singa
Makerere University, Department of Forestry, Biodiversity and Tourism, Kampala, Uganda
PI: Patrick Omeja
Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie, Leipzig, Deutschland
PI: Jenny Tung
Forschungsstandorte (Field Sites)
Taï Nationalpark, Côte d’Ivoire
Dzanga-Sangha Schutzgebiete (DSPA), Zentralafrikanische Republik
Kibale Nationalpark, Uganda
Amboseli Nationalpark, Kenia
Förderung
Europäische Kommission – Global Gateway
Durchgeführt von der Weltorganisation für Tiergesundheit (World Organisation for Animal Health)
Laufzeit
01/2025–12/2029
Kontakt
Yanthe Nobel
yanthe.nobel(at)helmholtz-hioh.de
Dr. Fee Zimmermann
fee.zimmermann(at)helmholtz-hioh.de
Weiterführende Links
Projektzusammenfassung der WOAH
Dzanga-Sangha-Tag 2025 – HIOH-Newsroom



